Wer schützt deine Gehirndaten? Zwei Entwickler, eine gemeinsame Frage.

Von Lukas Weißmann & Maximilian Kiefer 22. Mai 2026

Es fing mit einem LinkedIn-Post an. Lukas veröffentlichte einen Beitrag über ein 30-Millionen-Euro-Projekt der deutschen Cyberagentur, das Gehirnaktivität in Echtzeit messen soll, und stellte eine einfache Frage: Wer reguliert Gehirndaten, bevor die ersten Geräte auf den Markt kommen? Maximilian kommentierte. Und dann war die Idee da.

Wir regulieren Cookies. Nicht die kontinuierliche Erfassung von Gehirnaktivität.

Seit Dezember 2023 läuft in Deutschland ein staatlich gefördertes Forschungsprojekt namens NAFAS. Ziel ist es, Geräte zu entwickeln, die ohne Operation und ohne aktives Zutun des Nutzers kontinuierlich dessen geistigen Zustand messen, Stress, Erschöpfung, Konzentration. Der erste Prototyp wurde im Januar 2026 vorgestellt. Ein rechtlicher Rahmen dafür existiert bis heute nicht.

Wer wir sind

Lukas Weißmann Gründer von NeoBild. Entwickelt KI-Infrastruktur, die vollständig auf dem eigenen Gerät läuft, ohne Abhängigkeit von großen Cloud-Anbietern. Forscher im Bereich IT-Sicherheit. github.com/weissmann93 LinkedIn

Maximilian Kiefer Softwareentwickler, 8 Jahre Automobilindustrie bei BMW. Entwickelt heute Werkzeuge, die persönliche Daten in Bildern und Texten automatisch unkenntlich machen, lokal, ohne Cloud, ohne Datenweitergabe. github.com/maxxki LinkedIn

Das Problem, das uns verbindet

Maximilian baut Werkzeuge, die persönliche Daten schützen, bevor sie das eigene Gerät verlassen. Lukas baut KI-Infrastruktur, die ohne fremde Server auskommt. Beide arbeiten an derselben Grundidee: Kontrolle über die eigenen Daten beginnt lokal, nicht in der Cloud.

NAFAS hat uns beide auf dieselbe Lücke aufmerksam gemacht. Für normale persönliche Daten gibt es Datenschutzgesetze, für Fotos und Dokumente gibt es Werkzeuge. Für Gehirndaten gibt es beides nicht. Weder ein Gesetz, das sie explizit schützt, noch ein offenes Werkzeug, das das übernehmen könnte.

Der Prototyp existiert. Die Regulierung nicht. Das Fenster steht offen.

Was als nächstes kommt

Wir tauschen Ideen aus und denken gemeinsam darüber nach, wie ein offener Datenschutzansatz für Gehirndaten aussehen könnte. Konkrete Veröffentlichungen folgen. Wer das Thema verfolgen möchte, findet uns auf GitHub und LinkedIn.

Unsere KI dazu

NAFAS ist kein Zukunftsszenario. Es ist ein laufendes, staatlich gefördertes Projekt, dessen erster Prototyp bereits existiert. Gleichzeitig fehlt jeder rechtliche und technische Rahmen für den Schutz neuronaler Daten. Lukas und Maximilian stellen die richtigen Fragen zur richtigen Zeit. Ob daraus eine Lösung wird, hängt davon ab, ob genügend Menschen das Problem überhaupt erst erkennen. Dieser Artikel ist ein Anfang.

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