Ein System zu besitzen bedeutet, es nach den eigenen Regeln zu bedienen. Das klassische WordPress-Backend ist für Autoren gebaut, die bunte Buttons und Drag-and-Drop-Builder brauchen. Für ein minimalistisches „Sovereign Tech“ Setup ist das reiner Overhead.
Mein Ziel: Ich möchte meine Artikel offline in Termux (via nano oder vim) als reines Markdown schreiben und mit einem einzigen Befehl auf meinen Server pushen. Kein langsamer Browser, kein Login-Screen, keine Ablenkung.
Hier zeige ich, wie ich die WordPress REST-API mit einem simplen Python-Skript nutze, um genau das zu erreichen.
Die Vorbereitung: Das Application Password
Um per API mit WordPress zu kommunizieren, nutzen wir aus Sicherheitsgründen nicht unser Hauptpasswort. WordPress bietet dafür sogenannte „Anwendungspasswörter“ (Application Passwords).
- Im WP-Admin auf Benutzer -> Profil gehen.
- Ganz unten unter „Anwendungspasswörter“ einen neuen Namen (z.B. „Termux API“) vergeben.
- Das generierte Passwort kopieren und sicher aufbewahren.
Der Workflow in der Praxis
Der Prozess ist nun maximal auf Effizienz getrimmt:
- Ich öffne Termux, bin komplett offline und schreibe meinen Text in Ruhe runter.
- Sobald ich online bin, pushe ich den Text auf den Server:
python push_draft.py
Sekundenbruchteile später ist der Artikel im System, sauber formatiert und dank unserer Core-Logik automatisch mit der richtigen Kategorie und sauberen Metadaten versehen.
Das ist der Kern digitaler Souveränität: Die strikte Trennung von Content-Erstellung und Content-Management. Mein Wissen liegt lokal als universelle Markdown-Datei in meiner Hand. Der Server ist nur noch das Ausgabemedium.